Tag 10/10 (T0ney)

Tag 10/10 (T0ney)

Abschlussbericht.

Bevor ich anfange sentimental zu werden, erst einmal wichtige Informationen:

Alle sind wohlauf zuhause angekommen, Team Transporter musste irgendwo in Italien eine Zwangspause einlegen, da der ADAC gerufen werden musste. Die Strecke war für einen der 3 Fahrzeuge einfach zu hart. 🚗

Weiter ging es mit Tempo 80 Richtung Heimat und gegen 23h am Sonntag waren endlich alle zuhause angekommen.

Wir Flugzeug Leute landeten mit 2h Verspätung am Samstag, auch wir waren lustigerweise um 23h zuhause (aber am Samstag). Die meisten von uns arbeiten heute wieder wie gehabt und ich für meinen Teil bemerke erst so nach und nach, wie ergreifend die Erfahrungen in Griechenland doch waren.

Dieses Projekt entstand aus einer Idee. Mitten in einer Vorlesung kam mir der Gedanke, dass es doch paradox ist, über Flüchtlinge zu sprechen, wenn wir selbst nicht gesehen haben, wie hart eine Flucht ist.
Ist es denn nicht einfach nur logisch, dass gerade Studenten der sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt Armut und Flüchtlingsmigration, sehen sollten, was über die deutschen Grenzen hinaus passiert?

Was heißt eigentlich Flucht? Was heißt eigentlich Leben im Camp? Was heißt es eigentlich auf Hilfe angewiesen zu sein? Was heißt es, die Kindheit im Zelt zu verbringen?

Hoffnungslosigkeit, Hunger, Armut, Angst, Trauer aber zugleich auch Hoffnung, Zusammenhalt und unzählige Kämpferherzen sind uns begegnet.

Wir selbst starteten als junge Studenten, wir kennen uns alle erst seit September. Diese Erfahrung hat uns an unsere Grenzen gebracht, manchmal auch um den Verstand, es gab Streit, Diskussionen und angestaute Wut. 14 Köpfe, 24/7 zusammen und wir mussten einfach schnell lernen, uns aufeinander zu verlassen.
Und wir haben es geschafft. Als Team gehen wir aus diesem Projekt und teilen eine Erinnerung neben der anderen.

Schon jetzt fühlt es sich im normalen Alltag komisch an, nicht bei euch zu sein, Leute. Alles, was wir erlebt haben, habe ich hier schon gepostet also möchte ich zum Abschluss nur eines sagen:

Ich danke euch, dass wir gemeinsam wachsen konnten, wir nun anders auf bestimmte Dinge sehen und ich voller Stolz zurückblicken kann.

Ich danke euch, dass ich gegen negative, rassistische Kommentare und Vorurteile mit vollem Wissen und Ehrlichkeit sagen kann:
Sorry, ich WEIß es besser!

Und wir wissen es besser. Wir haben gesehen und gefühlt, vieles erfragt und hinterfragt, vieles mit Unverständnis entgegnet und doch gelernt damit zu leben.

Niemand kann uns das nehmen!
Man sagt, der erste Schritt ist immer der schwerste. Er war auch schwer, aber mit euch, laufe ich meinetwegen um den ganzen Globus.

Danke auch an das Team Rückendeckung, dass uns von Deutschland aus mit lieben Worten unterstützt hat. Jedes eurer Worte wurde in Griechenland gelesen und gab uns Kraft. Ihr seid ebenso wichtig und Teil des Projekts wie wir, Danke dafür.

Lieber Tim Eisenlohr, liebe Daniela Villeneuve, Danke für eure Unterstützung davor, währenddessen und danach. Danke, dass ihr uns eine Chance gegeben und nicht wie viele andere einfach ignoriert habt, aufgrund unserer Gruppengröße, fehlender Erfahrung, Alter und und und. Das es beim ersten Anlauf so gut funktionieren kann, ist auch euer Verdienst.

Dear Dimitra, thank you for all your Patience and guiding us during our stay. I’ve never met a Person like you before. A fighter, a teacher, a mother, a friend who is never tired… You are so unbelievable. Thank you for everything, you know we all love you!

So genug jetzt und nach dem Projekt ist vor dem Projekt!

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